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Stadtviertel Miramar

Wenn Sie einmal genug davon haben, das gewohnte Stadtbild von Havanna zu erblicken mit seinen teilweise sehr verfallenen Häusern in vielen unterschiedlichen Baustilen, dann sollten Sie das Stadtviertel Miramar besuchen. Heute befinden sich hier unter anderem die Botschaften vieler Länder, von denen die charakteristischste sicherlich das riesige Gebäude der Botschaft der Russischen Föderation (ehem. UDSSR) ist.

Stadtplan von Havanna mit Miramar eingezeichnet.

Insbesondere in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts siedelten sich zahlreiche wohlhabende Amerikaner rund um die Quinta Avenida in Havanna an und gründeten hier ein neues Wohnviertel. Innerhalb kürzester Zeit entstand daraus das teuerste Wohngebiet der Stadt, woraufhin sich in der Folge auch die entsprechende Infrastruktur aus luxuriösen Clubs, Lokalen und Casinos bildete. So entwickelte sich Miramar zum Treffpunkt der High Society. Besonders bekannt wurden beispielsweise der in den zwanziger Jahren gegründete Miramar Yacht Club sowie der Country Club, in denen man nur mit entsprechenden Kontakten und viel Geld Mitglied werden konnte.

Es entstanden unzählige Villen mit parkartigen Gärten in Miramar, die Gebäude wurden meist in einem an vergangene Epochen erinnernden, retro-historischen Baustil errichtet. Die Blütephase von Miramar wehrte von den 1920er-Jahren bis zur Revolution, innerhalb derer viele Bewohner des Stadtteils in die USA übersiedelten. So kam es, dass zu Anfang der 1960er-Jahre die Bausubstanz vieler Häuser in Miramar zunehmend verfiel, woraufhin diese von Unternehmen übernommen und Stück für Stück restauriert wurden.

Heute ist der größte Teil von Miramar von prachtvoll rekonstruierten Gebäuden geprägt, so dass das Stadtviertel für Touristen äußerst interessant ist. Dazu tragen auch die zahlreichen monumentalen Kirchenbauten bei, welche ebenfalls in der Blütezeit von Miramar errichtet wurden. Noch heute lässt sich anhand der Hotels, Spielcasinos und Clubs leicht nachvollziehen, welch leichter und luxuriöser Lebensstil hier einmal geherrscht haben muss. Unter anderem wurden sogar künstliche Strände angelegt, um das Bedürfnis der reichen Bewohner nach Erholung und Exklusivität zu befriedigen.

Wer heute Havanna besucht, sollte dem Stadtviertel Miramar unbedingt einen Besuch abstatten. Es ist so ganz anders als viele andere Teile der kubanischen Hauptstadt und beeindruckt mit seiner verspielten, scheinbar keine Restriktionen kennenden Architektur der Privathäuser, sowie den vielen öffentlichen Gebäuden, die an den Glanz Kubas vor der Revolution erinnern.